SV Vorwärts Brigittenau – WBC IX 2:0 (0:0)

Samstag, 13.10.2013, 10:30 Uhr, WAF Gruabn, Wien (Österreich), 1. Klasse B (7. Spieltag, 6. Liga, Männer)

Zuschauer_innen: 60 (offiziell)

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Brigittenau ist der 20. Bezirk Wiens und dieser liegt – auch wenn sich das mathematisch jetzt nicht so automatisch erschließt – gleich neben dem 9. Bezirk, aus dem die Gäste an diesem Spieltag kamen. WBC steht übrigens für „Wiener Bewegungssportclub“, wobei Bewegungssport bestimmt in Abgrenzung zu Schach, Doppelkopf und Hallenhalma gedacht ist. Die Gastgeber sind eigentlich nur die Nummer 2 in Brigittenau. Die Nummer 1 ist der Verein WAF alias „Wiener Athletik Fußball“, nach denen der Platz benannt ist und der 1914 immerhin mal österreichischer Meister war. Nach dem Tod eines eher halbweltlichen Präsidenten in den Neunziger Jahren wurde der Verein aus finanziellen Gründen abgewickelt und kehrte erst 2010 wieder zurück in den Spielbetrieb, wo er gegenwärtig in der Oberliga B, also eine Liga höher als Vorwärts spielt. Eine große Rivalität scheint es ohnehin nicht zu geben. Immerhin teilen die Vereine sich ja auch Sportplatz und Vereinsheim. Der Sportplatz liegt tatsächlich in einer Art Grube oder Gruabn und ist umgeben von einem windschiefen Wellblechzaun, der wiederum von etwas altersschwachen Mietskasernen umgeben ist. Ich konnte sofort nachvollziehen, warum ein Local mir erzählt hatte, dieser Platz seiner der charmantesten Wiens.

Das Spiel war dann wie zu erwarten auf Berliner Kreisliganiveau, aber dennoch vergleichsweise fair. Der Schiedsrichter hingegen schien mit Peter Lustig geduscht zu haben. Der Elfmeter, den er den Gastgebern zusprach und den diese faierweise in den Himmel über Wien jagten, war wirklich lächerlich. Wenn es in der Situation ein Foul gegeben haben sollte, was zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich ist, dann war das immer noch deutlich außerhalb der Sechzehners. So etwas habe ich bislang echt selten miterlebt. Wirklich sehenswert waren eigentlich nur zwei Spieler – einmal Ivica Stanic bei Vorwärts, der nicht nur durch seine grauen Haare, sonderna uch durch seine für diese Spielklasse viel zu gute Ballbehandlung auffiel. Wenn meine Recherchen richtig sind, hat er wohl tatsächlich mal Anfang der Neunziger für den Wiener Sportclub Bundesliga gespielt. Zuzutrauen wäre es ihm von Alter und Technik her allemal. Auf der Gegenseite hingegen war der ebenfalls schon reichlich in die Jahre gekommene Sener Altunas, ein Schlitzohr, das mit wirklich allen Wasser gewaschen ist und allein in diesem Jahr schon beim vierten Verein spielt. Scheint nicht unbedingt der einfachste Typ Spieler zu sein, aber er macht offenbar noch immer seine Tore und dafür sind Stürmer_innen ja da…

Nach dem Spiel ging es dann weiter Spazieren auf der Donauinsel und Kaffee trinken im Café einer Galerie in einem Park, um die Zeit bis zum zweiten Spiel des Tages herumzukriegen. Groundhopping ist schon ein seltsames Hobby…

F#075

Song zum Spiel: Wu-Tang Clan – „Gravel Pit“

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