Tagged: flutlicht

Tennis Borussia Berlin – BSV Eintracht Mahlsdorf 2:1 (2:0)

Freitag, 18.10.2013, 19:30 Uhr, Mommsenstadion, Berlin, Berlinliga (11. Spieltag, 6. Liga, Männer)

Zuschauer_innen: 526 (offiziell)

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Zurück aus Wien ging es nach ein paar Tagen Zwangspause gleich mit einem echten Knaller weiter. Tennis Borussia erwartete nämlich mit Eintracht Mahlsdorf einen der Ligafavoriten zum Spitzenspiel. Schon Wochen vorher war die Werbetrommel für die Begegnung gerührt worden und so kamen tatsächlich über 500 zahlende Gäste zu dem Freitagabendspiel unter Flutlicht. Auch auf dem Rasen hielt das Spiel, was das Wort „Spitzenspiel“ verspricht und das am Ende sogar noch das richtige Team als Sieger vom Platz ging, ist natürlich umso besser. Spielentscheidend war wieder einmal Micha Fuß, der das 1:0 nach einer Ecke per Kopf erzielte und das 2:0 mit einem Freistoß ans Gebälk vorbereitete. TeBe machte lange nicht mehr so viel Spaß wie in dieser Saison.

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Song zum Spiel: John Newman – „Love me again“

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Wiener Sportklub – 1. SC Sollenau 2:3 (1:0)

Samstag, 12.10.2013, 18 Uhr, Sportclub-Platz, Wien (Österreich), Regionalliga Ost (11. Spieltag, 3. Liga, Männer)

Zuschauer_innen: 1191 (offiziell)

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Da an dem Wochenende, an dem ich in Wien war, die obersten zwei Ligen der Männer Spielfrei hatten, war ein Spiel in der Regionalliga schon das höchste der Gefühle. Da aber der Sportklub und vor allem die legendäre Friedhofstribüne ohnehin auf der Liste, der abzuhakenden Fußballerlebnisse standen, passte das schon. Die unerwartet steile Tribüne und der ebenfalls unerwartet steile Friedhof dahinter sind auch wirklich eine Attraktion wie auch sonst das ganze Stadion mit seiner doch eigenwilligen Architektur und dem kubischen Wohnbau, der direkt ans Feld grenzt und von dessen Balkons aus die Nachbar_innen dem Spiel folgten. Das über alledem auch noch ein kompletter Regenbogen schwebte, machte das Erlebnis beinahe unwirklich kitschig.

Das Spiel war durchaus auf solidem Berlinliganiveau, der Support dagegen eher sparsam – wobei die Gesänge über Tannen und Berge, die sich der Gästekeeper Weidi anhören musste, mich schon zum lachen brachten. Am Ende war ich jedoch froh, dass der Sportklub nicht mein Verein ist, denn wenn ein Team, dem ich mit dem Herzen folge, sich so desolat präsentieren würde wie der WSK an diesem Tag gegen den Abstiegskandidaten aus Niederösterreich, dann wäre ich echt fuchsteufelswild geworden. Auch so entfuhr mir schon der eine oder andere wüste Fluch. Wie kann ein Team 2:0 führen und sich dann in weniger als einer Halbzeit so dermaßen die Butter vom Brot nehmen lassen und in der Nachspielzeit noch das 2:3 kassieren? Dass der Trainer umgehen das Handtuch warf, kann ich nachvollziehen und halte für richtig. Prompt gab es für den Sportklub, der inzwischen die rote Laterne von Sollenau übernommen hatte, am nächsten Spieltag gleich einen 3:0 Auswärtssieg gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Aber das ist eine andere Geschichte – genau wie die vom Rest des Abends im The Flag, der Fankneipe in den Innereien der Friedhofstribüne…

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Song zum Spiel: Ween – „The Rainbow“

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MTK Budapest – Paksi FC 2:0 (0:0)

Samstag, 21.09.2013, 18 Uhr, Hidegkuti Nándor Stadion, Budapest (Ungarn), Nemzeti Bajnokság I (8. Spieltag, 1. Liga, Männer)

Zuschauer_innen: 900

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Die Heimstätte von MTK Budapest, immerhin mit 23 Meisterschaften, zwei Pokalsiegen, zwei Siegen im Mitropapokal und etlichen Europapokalteilnahmen der zweiterfolgreichste Club des Landes nach Ferencváros, fällt eher in die Kategorie Bruchbude. Genau deswegen jedoch hatte ich mich fast schon in der Sekunde des Betretens in den Ground verliebt. Zwar ist es traurig, dass der Verein in der ersten Liga vor unter Tausend Zuschauer_innen spielt und sicher ist der Zustand des Stadions eher Ausdruck von Not als von Nostalgie, aber als jemand, der am Millerntor sozialisiert wurde und derzeit zumeist im Mommsenstadion anzutreffen ist, liebe ich Stadien wie dieses einfach.

Den rund fünf Kilometer langen Fußweg von der Innenstadt Budapests aus kann ich allerdings nur bedingt weiterempfehlen – zumal es auch eine Tram gibt. Wer einmal sehen will, wie viel Armut in einer europäischen Hauptstadt nur wenige Kilometer vom Regierungssitz entfernt möglich ist, ist hier jedoch an genau der richtigen Adresse. Wirklich wohl fühlte ich mich nicht in meiner Haut, als ich dort durch die Straßen stiefelte, nur grob wissend, wo es lang geht und auffallend wie ein bunter Hund. Immerhin wusste ich ja nicht, ob in Budapest Tourist_innen genauso ungerne gesehen sind wie in Berlin. Zwar wurde ich drei Tage später am Späti – oder ABC, wie es hier heißt – tatsächlich getreten und bepöbelt, aber mangels Sprachkenntnissen weiß bis heute nicht wieso. Budapest gilt ja als eine der sichersten Hauptstädte Europas. Gleichzeitig jedoch wählen dort rund zwei Drittel der Menschen mehr oder weniger offen rassistische Parteien. Anzunehmen, dass „Fremde“ hier und da nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen werden, liegt da durchaus nahe.

Bei MTK jedoch fühlte ich mich von Anfang an willkommen. Vielleicht ist ja tatsächlich etwas dran an der Geschichte, dass der Verein mit den Wurzeln im Bürgertum und der jüdischen Community weniger schlimm ist als die anderen großen Vereine der Stadt. Transparente der Gäste aus der Kleinstadt Paks jedenfalls, die sich gegen Rassismus richteten, wurden von den Zuschauer_innen auf der Heimseite, die über die ganze Haupttribüne verteilt saßen und ansonsten in etwa genauso still waren wie der Gästeanhang, beklatscht und bejubelt. Na immerhin…

Das Spiel selbst pendelte über weite Strecken vom Niveau her irgendwo zwischen 3. Liga und Regionalliga Nordost. Da aber beide Teams, obwohl sie in der Tabelle nicht gerade Nachbarn sind, in etwa gleich stark waren, war es trotzdem ein unterhaltsames Spiel. Die Gastgeber, die, wenn es so weiter geht, wohl gegen den Abstieg spielen werden, waren jedoch spätestens in der zweiten Hälfte das bessere Team. Vor allem Tibor Ladány und Patrik Vass auf den Flügeln machten eine gute Partie. Wer auf dem Spielfeld wer war, konnte ich mir zum Glück erschließen, weil ich tags zuvor das ziemlich gute Saisonspecial des Nemzeti Sport Magazin für umgerechnet gerade mal zwei Euro gekauft hatte. Ob die Gäste jetzt aber Paksi FC, Paksi SE oder MVM-Paks hießen, was ich alles irgendwo gelesen hatte, konnte ich nicht herausfinden. Für den Spielverlauf ist es aber auch egal. Dort gab es zumindest nach der Pause gut was zu sehen. Kurz nach Wiederanpfiff und erneut kurz vor Schluss machte MTK dann zwei Tore und damit den Außenseitersieg perfekt. Vor allem das zweite Tor, das Zsolt Pölöskei aus der Distanz besorgte, war ein echter Hingucker.

Nach dem Spiel leerte sich das Stadion schnell und auch ich machte mich auf den Heimweg. Diesmal jedoch ging es zu Fuß entlang der Schnellstraße zur Metrostadion am Puskás Ferenc Stadion, wo ich ja am Tag drauf noch das Derby zwischen Ferencváros und Újpest sehen wollte. Schon beim Gedanken daran kribbelte die Vorfreude in mir, aber auch das eben Erlebte machte mich selig. Guter Fußball, entspannte Fans, schönes Stadion. Viel mehr kann mensch eigentlich nicht verlangen…

F#071

Song zum Spiel: Plaided – „Oh My Dog“

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Tennis Borussia Berlin – SC Staaken 3:2 (2:1)

Freitag, 13.09.2013, 19 Uhr, Mommsenstadion, Berlin, Berlinliga (7. Spieltag, 6. Liga, Männer)

Zuschauer_innen: 361 (offiziell)

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Der geilste Club der Welt zu Gast im Mommse. Da musste ich natürlich hin. Die Gäste vom dörflichen Rand Berlins konnten mit den Gastgebern jedoch zu keinem Zeitpunkt wirklich mithalten. TeBe war nach vorne ganz klar das bessere Team und hätte locker und leicht noch mehr Tore schießen können. Dass Staaken überhaupt zu zwei Toren kam, lag nur an haarsträubenden Abwehrfehlern auf Seiten der Lila-Weißen. Sei es drum und Schwamm drüber. Am Ende reichte es zum Heimsieg und zum Festsetzen im oberen Tabellendrittel. Guter Auftakt zu einem fußballreichen Wochenende.

F#066

Song zum Spiel: Village People – „Macho Man“

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FV Preussen Eberswalde – SV Babelsberg 03 1:2 (1:1)

Freitag, 06.09.2013, 19 Uhr, Westend-Stadion, Eberswalde, Brandenburger Pokal (2. Runde, Männer)

Zuschauer_innen: 235 (offiziell)

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Im Selected Store in Friedrichshain wird fünf Jahre Hip Hop Vinyl gefeiert mit Preisnachlass, Freigetränken und Goodiebags. Was mache ich da? Klar! Ich fahre ganz woandershin und schaue ein Pokalspiel in Eberswalde. Mit Erdgasauto und zwei anderen Menschen geht mit nur einem Stau unterwegs geht es also ab in die Stadt, die vor allem dafür bekannt ist, dass dort Ende 1990 Amadeu Antonio Kiowa von örtlichen Neonazis ermordet worden ist. Aus gesicherten Quellen weiß ich jedoch auch, dass es dort ein Hochschule gibt, an der unter anderem Ökolandbau studiert werden kann. An der Ortseinfahrt wirbt ein Plakat für den Finower Wasserturm, aber wir können ihn nirgendwo entdecken und der CDU-Politiker Koeppen wirbt für sich mit Plakaten auf denen „Nägel mit Koeppen“ steht. Fast schon ein guter Claim würde ich sagen… Die Busse fahren nach Ostend, Südend und Nordend. Folglich müssen wir wohl irgendwo in der Nähe des Westend-Stadions sein. Sind wir auch. Zu erkennen an dem ziemlich überdimensionierten Polizeaufgebot, aber die sind bestimmt nur da, um das Spaßbad mit der Wasserrutsche nebenan zu bewachen. Drinnen im Stadion mit einer überdachten Tribüne, einer Zwei-oder-drei-Stufen-Gegengeraden und einer Laufbahn ums Grün ist fast weniger los als auf dem Parkplatz. Ein, zwei obskure T-Shirts auf Eberswalder Seite verraten zielsicher, dass wir in Brandenburg sind. Ein Plakat verkündet, der Verein sei der „Motor des Barnim“ – der Barnim ist die Gegend hier – und dass Fußball ihre Zukunft sei, was bei einem Fußballverein jetzt aber auch nicht weiter verwunderlich ist. Auf Gästeseite wie gewohnt bei Babelsberg eher so zwei Haufen. Der eine sorgt in der zweiten Hälfte für zumindest ein bisschen Support, der andere besingt Crystal Meth. Auf Heimseite herrscht eisernes Schweigen. Dabei startet Preussen Eberswalde ganz gut ins Spiel und geht tatsächlich in Führung. Babelsberg gelingt es aber – vor allem durch den Süleyman Koc – das Spiel zu drehen und die knappe Führung irgendwie über die Zeit zu retten, bis Schiedsrichter Hammer aus Berlin abpfiff. Kein glanzvoller Sieg, aber sehr viel besser als Ausscheiden und in der Liga lief es zuletzt ja auch eher mäßig. Na dann mal ab zurück in die Zivilisation, denn in Mitte warten noch die Berlin Edge Days.

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Song zum Spiel: Iron – „Cum out and play“

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Tennis Borussia Berlin – Hertha 03 Zehlendorf 1:1 (1:0)

Freitag, 23.08.2013, 19 Uhr, Mommsenstadion, Berlin, Berlinliga (4. Spieltag, 6. Liga, Männer)

Zuschauer_innen: 412 (offiziell)

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Freitagabendspiele in unteren Klassen sind zumindest in unteren Ligen immer etwas Besonderes – schon alleine wegen des sonst so seltenen Flutlichts. Da zudem mit der kleinen Hertha eines der Topteams der Liga und gleichzeitig der ewige Aufstiegsfavorit zu Gast war, sprach eigentlich alles für ein gutes Spiel. Die Hoffnungen wurden nicht enttäuscht. Tatsächlich gab es eine Partie auf für die Berlinliga hohem Niveau mit Chancen auf beiden Seiten. Das etwas glückliche 1:0 für TeBe erzielt – wer auch sonst? – Michael Fuß per Nachschuss, den er aber nicht einfach in die Maschen hämmerte. Vielmehr umkurvte er stilecht den am Boden liegenden Torwart und schob den Ball locker und lässig über die Linie. Danach jedoch war Hertha das klar bessere Team und der Ausgleich rein von der Leistung her absolut verdient. Ob es auch sportlich verdient war, darüber ließe sich streiten. Immerhin flogen kurz vor Schluss noch zwei Spieler der Gäste mit Gelb-Rot beziehungsweise Rot vom Platz. Für sonderlich viel Sportlichkeit spricht das nicht gerade. Wer oder was genau jedoch die Rudelbildung nach Abpfiff ausgelöst hat, ließ sich aus der Ferne nicht erkennen. Mit dem erneuten Unentschieden haben beide Teams einen eher durchwachsenen Saisonstart hingelegt, obwohl sie durchaus das Potential zu mehr zu haben scheinen. Mal schauen, was die Saison noch so bringt…

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Song zum Spiel: The Moldy Peaches – „Anyone else but you“

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1. FC Union Berlin – FC St. Pauli 4:2 (2:1)

Freitag, 15.03.2013, 18 Uhr, Stadion an der Alten Försterei, Berlin, 2. Bundesliga (26. Spieltag, 2. Liga, Männer)

Zuschauer_innen: 21.410 (ausverkauft, offiziell)

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Freitags 18 Uhr ist echt ziemlich früh, wenn mensch noch arbeiten muss, aber mit etwas Jogging klappt es trotzdem mit dem pünktlich im Stadion sein. Köpenick ist auch gar nicht so weit draußen, wie es immer scheint. Beide Seiten liefern zum Einlaufen okaye Choreos ab und auch der Support ist auf beiden Seiten gut. bei den Unioner_innen sollte eigentlich bei so einem schönen Stadion und vor allem bei so einem mitreißenden Spielverlauf noch deutlich mehr gehen. Trotz Stehplatzgerade war eigentlich nur die Kurve wirklich aktiv, und selbst da hätte mehr gehen können. St. Pauli wie gewohnt auch auswärts laut und die minutenlange Schalparade samt “Oooooh Sankt Pauli – Für immer mit dir” hatte Gänsehautcharakter. Die meisten Kurven kriegen sowas nicht mal bei nem Kantersieg gebacken. Aber vielleicht bin ich da auch nicht ganz objektiv… Vor und nach dem Spiel gab es noch Rabatz und die Polizei war auch mittendrin, aber ich war mal wieder irgendwo anders, und auch die Electro Mob St. Pauli-Party abends in Kreuzberg ist mir müdigkeitsbedingt durch die Lappen gegangen. Ich werde echt alt… Vielleicht war aber auch einfach das Spiel zu aufregend. Zu St, Pauli lässt sich nach diesem Spiel eigentlich nur sagen, dass sie unmöglich ein Abwehrproblem haben können. Dafür bräuchte es nämlich überhaupt erstmal so etwas wie eine Abwehr. Vorne kam dann noch viel Pech dazu und so wird es auch weiterhin nichts mit ruhigem Mittelfeld der Tabelle. Egal, ist ohnehin eine gebrauchte Saison, die sich der Verein da hat andrehen lassen, aber das ist eine andere Geschichte…

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Song zum Spiel: Faithless – »Insomnia«

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